Glossar der Corporate Social Responsability

 

20 Definitionen, um den Rahmen und die Problematik der Sozialen Verantwortung der Unternehmen, auf Englisch Corporate Social Responsibility (CSR), besser zu verstehen.

Agenda 21 in der Schweiz

1992 verpflichtete sich die Schweiz am Erdgipfel von Rio de Janeiro (Brasilien), sowohl national als auch international Strategien für eine nachhaltige Entwicklung zu entwerfen und umzusetzen. Der Interdepartementale Ausschuss Rio (IDARio) setzt sich aus rund zwanzig Bundesämtern zusammen und ist seit 1983 mit der Aufgabe betraut, die Umsetzung der Agenda 21 in der Schweiz zu koordinieren. Seit Oktober 2004 lautet seine Bezeichnung „Interdepartementaler Ausschuss Nachhaltige Entwicklung (IDANE). Im April 1997 hiess der Bundesrat einen ersten Aktionsplan „Nachhaltige Entwicklung - die Schweiz soll nachhaltiger werden“ gut, dessen Strategie durch den Aktionsplan Umwelt und Gesundheit vervollständigt wird. Der Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung wurde in mehreren Artikeln der im Jahr 2000 in Kraft getretenen neuen Bundesverfassung erwähnt.

Sozialaudit

Bewertung der sozialen Auswirkungen eines Unternehmens durch eine Bestandsaufnahme seiner Handlungen, Initiativen und des bestehenden Verhaltens in diesem Bereich im Vergleich zu gewissen Normen und Erwartungen.

Verhaltenskodex
 
Freiwillige Verpflichtung eines Unternehmens oder einer Organisation, sich bei den Aktivitäten oder Geschäften an gewisse Verhaltensgrundsätze und -normen zu halten.
 
Ethikkodex
 
Offizielle Erklärung über die Werte und Handelspraktiken eines Unternehmens und manchmal auch seiner Lieferanten. Der Ethikkodex formuliert die Mindestnormen und bescheinigt die vom Unternehmen eingegangene Verpflichtung, sich selbst an diese Normen zu halten und sicherzustellen, dass sie von seinen Vertragspartnern, Subunternehmern, Lieferanten und Vertragshändlern ebenfalls eingehalten werden. Es kann sich um ein ausgeklügeltes Dokument handeln, das das Respektieren genau definierter Normen verlangt und komplexe Zwangsmechanismen vorsieht.
 
Corporate Governance
 
Gesamtheit der Beziehungen zwischen der Geschäftsleitung eines Unternehmens, dem Verwaltungsrat, den Aktionären und den Stakeholdern. Die Corporate Governance bietet ebenfalls den Rahmen für die Definierung der Unternehmensziele und legt die Mittel fest, mit denen die Ziele erreicht und die Leistungen überprüft werden.
 
Corporate Social Responsability (CSR), soziale Verantwortung der Unternehmen
 
CSR ist die Verantwortung eines Unternehmens, welche dieses gegenüber all seinen Ansprechpartnern wahrnimmt. Dies heisst, einen ständigen und konstruktiven Dialog mit den Stakeholdern zu führen und sowohl im sozialen als auch Umweltbereich zum Wohlergehen der Gemeinschaft beizutragen, in welcher das Unternehmen tätig ist.
 
Fairer Handel (Faire Trade)
Der faire Handel soll den Produzenten aus südlichen Ländern ein würdiges Einkommen gewährleisten, damit sie ihre Tätigkeit langfristig ausbauen können. Um diese Bedingungen sicherstellen zu können, unterliegen alle an der Handelsbeziehung beteiligten Parteien sehr strengen Regeln.
 
Nachhaltige Entwicklung
 
1987 wird „Nachhaltigkeit“ im Brundtland-Bericht (benannt nach der früheren norwegischen Ministerpräsidentin und Leiterin der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung) wie folgt definiert: „Nachhaltige Entwicklung ist ein andauernder und gesamtgesellschaftlicher Wandlungs- und Gestaltungsprozess, welcher es erlaubt, die Lebensqualität der gegenwärtigen Generationen zu sichern und gleichzeitig die Wahlmöglichkeiten zukünftiger Generationen zur Gestaltung ihres Lebens zu erhalten.“
Auf die Wirtschaft angewandt, umfasst nachhaltige Entwicklung drei Dimensionen, die wirtschaftliche (Effizienz, Rentabilität), die soziale (soziale Verantwortung) und die ökologische Dimension (Verantwortung für die Umwelt).
 
Schenkung
 
Unter der Schenkung eines Unternehmens versteht man einen finanziellen Beitrag zur Unterstützung einer nicht Gewinn orientierten Organisation oder einer Veranstaltung aus dem Bereich Bildung, Wissenschaft, dem sozialen, humanitären oder kulturellen Wesen.
 
Global Reporting Initiative (GRI)
 
Die Global Reporting Initiative (GRI) ist eine internationale Initiative von Unternehmen, NPOs, Beraterfirmen und Universitäten zur Ausarbeitung eines Rahmens und von Richtlinien für nachhaltige Unternehmen. Sie wurde 1997 von einer amerikanischen NPO ins Leben gerufen und soll Firmen bei der Erstellung von Berichten über die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte ihrer Tätigkeit, Produkte und Dienstleistungen unterstützen.
 
ISO

Bei der Norm ISO 26000 handelt es sich um den Entwurf einer Norm zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, also über die Anwendung der Nachhaltigkeitsgrundsätze auf Organisationen. Sie dürfte 2010 veröffentlicht werden.
Mehr Informationen (auf Französisch) unter
 
ISO 9000

Die Familie der ISO 9000 befasst sich mit Qualitätsmanagement. Der Begriff umfasst alle Massnahmen, die ein Unternehmen trifft, um die Qualitätsansprüche der Kunden und die geltenden gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die Zufriedenheit der Kunden und die eigenen Leistungen beim Erreichen seiner Zielsetzungen ständig zu verbessern.
 
ISO 14000
Die Familie der ISO 14000 betrachtet das Umweltmanagement. Der Begriff umfasst alle Massnahmen, die ein Unternehmen trifft, um die schädlichen Auswirkungen seiner Tätigkeit auf die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren und seine Umweltverträglichkeit permanent zu steigern.
 
Für mehr Informationen
 
Spenden (Mäzenatentum)
 
Finanzielle oder materielle Unterstützung einer gemeinnützigen Aktion oder Aktivität durch ein Unternehmen oder eine Privatperson ohne Erwartung einer Gegenleistung. Spenden in bar zugunsten einer gemeinnützigen juristischen Person mit Sitz in der Schweiz können in den meisten Kantonen von den Steuern abgezogen werden, normalerweise bis zu höchstens 20% des Reingewinns (ausgenommen in Basel-Landschaft, der keine Obergrenze kennt). Spenden und andere Hilfsbeiträge (finanziell, in Naturalien oder andere Geldwert-Leistungen), die ohne eine definierte Gegenpartei erfolgen, stellen keine Gegenleistung dar und sind somit nicht steuerpflichtig
 
Nichtregierungsorganisation (NPO)
 
Gemeinnützige, nicht staatliche und nicht internationale Organisation. Eine NPO zeichnet sich dadurch aus, dass sie von Privatpersonen errichtet wurde, nicht gewinnorientiert ist, finanziell und politisch unabhängig und ihre Tätigkeit auf das Gemeinwohl ausgerichtet sind.
 
Stakeholder
 
Stakeholder, oder zu Deutsch die Beteiligten an einem Unternehmen, bezeichnet alle, die sich am wirtschaftlichen Ablauf eines Unternehmens beteiligen (Arbeitnehmer, Kunden, Lieferanten, Aktionäre), die das Unternehmen beobachten (Gewerkschaften, NPOs) und jene, die von ihm direkt oder weniger direkt beeinflusst werden (Zivilgesellschaft, Gemeinde usw.). Sozial verantwortliche Unternehmen sind nicht nur gegenüber ihren Stakeholdern transparent, sondern sie achten auch darauf, allen Interessen gerecht zu werden (was man im Englischen den Stakeholder Value nennt).
 
Philanthropie
Zeit, Geld oder die eigenen Fähigkeiten für die Entwicklung einer gemeinnützigen Sache aufwenden.
 
SA8000
Die Zertifizierung durch diesen Standard fusst auf der Achtung der grundlegenden Rechte der Arbeitnehmer. Der Standard richtet sich an Unternehmen, die Einkaufs- oder Produktionszentren in Ländern besitzen, wo die Sicherstellung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Produkte notwendig ist. Er wurde 1997 vom amerikanischen CEPAA (Council on Economic Priorities Accreditation Agency), dem heutigen SAI (Social Accountability International), ausgearbeitet und stützt sich auf die wichtigsten Texte der UNO-Menschenrechte, der IAO-Übereinkommen und der UNO-Kinderschutzkonvention.
 
Sponsoring
 
Materielle Unterstützung einer Veranstaltung, einer Person, eines Produkts oder einer Organisation zwecks eines direkten Gewinns oder einer Werbeleistung. Das Sponsoring soll das Image des Sponsors fördern, sein Name oder seine Marke erscheinen klar erkennbar. Im Rahmen eines Sponsorings bereitgestellte Leistungen, Güter oder Geldbeträge sind steuerabzugsfähig, denn sie dienen kommerziellen Zwecken, unterliegen jedoch der Mehrwertsteuer.
 
UN Global Compact-Initiative
 
Der UN-Global Compact ist eine Zusammenarbeit, die 2000 unter der Schirmherrschaft des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan ins Leben gerufen wurde. Er will bei privaten Unternehmen zehn universelle Grundwerte fördern, die zehn Prinzipien, die sich von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit, der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung und dem Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption ableiten. Die Verpflichtung erfolgt auf freiwilliger Basis und hat keinen zwingenden Charakter.
Mehr Informationen hier.
 
Freiwilligenarbeit von Unternehmen
 
Von Unternehmen angebotene Programme, die freiwilligen Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, an gemeinnützigen Missionen von Partnerverbänden teilzunehmen. Die Missionen können punktuell oder regelmässig, allein oder im Team stattfinden und von einigen Stunden bis zu mehreren Wochen dauern. Sie finden ausserhalb der Arbeitszeit statt, es handelt sich um Freiwilligenarbeit der Mitarbeiter.

 

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